Ein Mittwoch in Bremgarten

Gestern war Mittwoch. Und es passierte so einiges in Bremgarten:

  • In der Asylunterkunft finden den ganzen Tag Einstufungstests statt. Mitarbeiter der Heilsarmee und einige Freiwillige hatten schon am Vortag begonnen, alle Bewohner der Unterkunft anhand ihrer Deutsch-Kenntnisse in Gruppen einzuteilen. Denn schon nächste Woche sollen die ersten Deutschkurse beginnen. Am Abend sind 78 Flüchtlinge eingestuft.
  • Gleichzeitig räumen 2 Freiwillige zusammen mit einigen Flüchtlingen das Kleiderlager auf. Ebenfalls den ganzen Tag lang. Denn in dem kleinen Raum waren in den letzten Wochen so viele Spenden angekommen, dass man sich kaum noch zurecht fand. Nun sind alle Kisten ausgepackt, die Kleider sortiert und ordentlich eingeräumt. Ab Freitag können sie wieder 2x wöchentlich an Flüchtlinge abgegeben werden – ebenfalls durch Freiwillige.
  • Um 10:00 Uhr kommt eine Freiwillige, um mit einer kleinen Gruppe zum Einkaufen zu gehen. Sie will den Flüchtlingen zeigen, worauf sie in einem Schweizer Supermarkt achten müssen. Dieser „Schnellkurs Supermarkt“ hat schon 2x stattgefunden und war jeweils auf Anklang gestossen. Doch heute dies: alle angemeldeten Flüchtlinge haben sich kurzfristig aus der Liste wieder ausgetragen – denn es sind ja die Sprachtests. Daran hatte niemand gedacht. Ärgerlich für die Freiwillige: Da kommt man zum Helfen – und niemand ist da! Doch sie hat Verständnis für die Panne.
  • Später kommen die vier Schülerinnen, die neulich selbst gebastelte Buchzeichen verkauft hatten und spenden den stattlichen Erlös von fast 300 CHF zugunsten der Flüchtlinge.
  • Am Nachmittag starten Freiwillige mit einer Gruppe Flüchtlinge zum Joggen – bereits zum fünften Mal findet der Lauftreff statt. Die Berner Zeitung wird darüber berichten.
  • In der Asylunterkunft geht eine Sachspende ein: Die Firma iba aus Bolligen hat 3 Säcke voll Papier und Schreibwaren gespendet für den Deutsch-Unterricht. Eine weitere Spende dieser Art ist unterwegs: Die Missione Cattolica Italiana di Berna bringt Blöcke, Hefter und Ordner, die sie für Flüchtlinge gesammelt hat.
  • Um 19:00 versammeln sich mehr als 20 freiwillige Lehrer im Kirchgemeindehaus und bereiten die Deutschkurse vor: das Lehrmaterial wird verteilt und erläutert, es werden Gruppen eingeteilt, der Zeit- und Raumplan besprochen. Drei Personen aus der Gruppe erklären sich bereit, sich zusätzlich zum wöchentlichen Unterricht auch um die Organisation des Ganzen zu kümmern.

Mehr als 35 Freiwillige haben an diesem Tag mehr als 80 Stunden Zeit geschenkt. Für Flüchtlinge. Für Begegnungen. Für ein friedliches Miteinander in Bremgarten.

Heute ist Donnerstag. Und es passiert wieder so einiges.

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