Zusammenfassung: Infoveranstaltung für Freiwillige vom 27.1.

Am 27. Januar veranstalteten Schweizerische Flüchtlingshilfe und Heilsarmee Sozialwerk eine Infoveranstaltung für Freiwillige Helfer in Bremgarten (Einladungsflyer). Die Zahl der Anwesenden übertraf alle Erwartungen: etwa 130 Personen aus Bremgarten und Umgebung fanden sich im Reformierten Gemeindehaus ein.

Im ersten Teil des Abends vermittelten Andreas Flury, Rebekka Gemperle (beide Heilsarmee Flüchtlingshilfe) und Gasim Nasirov (Schweizerische Flüchtlingshilfe und selbst ehemaliger Flüchtling) Informationen rund um die Situation der Asylsuchenden und das Asylverfahren.

Institutionen und Zuständigkeiten

  • Das Staatssektretariat für Migration (SEM) ist zuständig für die Durchführung der Asylverfahren und für die Asylentscheide
  • Die Kantone sind zuständig für die Umsetzung der Asylentscheide.
  • Die Heilsarmee Flüchtlingshilfe ist zuständig für Unterbringung, Betreuung und Sozialhilfe der ihr zugewiesenen Asylsuchenden und vorläufig Aufgenommenen.
    Im Auftrag des Kantons Bern und finanziert vom Kanton Bern führt sie zur Zeit 17 Kollektivunterkünfte (Asylzentren) mit 1700 BewohnerInnen und 3 regionale Sozialdienste für Personen des Asylbereichs, für 1200 BewohnerInnen privater Wohnungen.
  • Die Heilsarmee Flüchtlingshilfe handelt konfessionell und politisch neutral. Der Auftrag ist eine Staatsaufgabe, bezahlt aus Steuergeldern, und die BewohnerInnen werden vom Kanton zugewiesen.

Asylverfahren und Asyl-Status

  • Asylsuchende sind Personen, die in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt haben und im hängigen Asylverfahren stehen. Sie haben Ausweis N.
  • Wenn das Asylgesuch positiv beantwortet wird, bekommen die Asylsuchenden einen B-Ausweis. Sie erhalten Sozialhilfe nach SKOS und dürfen arbeiten.
  • Vorläufig Aufgenommene sind Personen, deren Asylgesuch abgelehnt wurde, die aus der Schweiz weggewiesen wurden, wobei sich aber der Vollzug der Wegweisung als unzulässig, unzumutbar oder unmöglich erwiesen hat. Sie dürfen in der Schweiz arbeiten. Ausweis F.
  • Wird das Asylgesuch abgelehnt und steht einer Rückkehr in den Heimat- oder Herkunftsstaat rechtlich nichts entgegen, dann muss die betroffene Person die Schweiz innerhalb der angesetzten Ausreisefrist verlassen.

Die wichtigsten Informationen zum Asylverfahren sind in einem Infoblatt der Schweizerischen Flüchtlingshilfe zusammengefasst.

Notunterkunft Bremgarten

  • Bei der Kollektivunterkunft in Bremgarten handelt es sich um eine Notunterkunft, die unterirdisch (Zivilschutzanlage) und befristet für 2 Jahre betrieben wird.
  • Die Anlage ist für 100 Flüchtlinge ausgelegt, am 27. Januar waren bereits 87 Plätze belegt. Es werden dort ausschliesslich Männer untergebracht.
  • Die in Bremgarten untergebrachten Flüchtlinge stammen aus 10-20 Ländern. Zahlenmässig am stärksten vertreten sind Eritreer, Afghanen und Sri Lanker. Die meisten der Männer sind jung (meist 1990er Jahrgänge).
  • Die Leitung der Notunterkunft liegt bei Rebekka Gemperle. Sie und 4 weitere Mitarbeiter sind hauptamtlich für die Beherbergung, Betreuung, Unterstützung und Beratung der Flüchtlinge zuständig (zusätzlich noch Nachtwachen und Wochenenddienste).
  • Der Zugang zur Notunterkunft erfolgt über die Rampe neben dem ehemaligen Postgebäude. Um den Asylsuchenden ein Minimum an Privatsphäre zu gewähren, sind die Schlafräume nicht öffentlich.
  • Wer im Rahmen der Freiwilligenarbeit ein Anliegen hat oder zum Beispiel Kleiderspenden abgeben will, der findet einen Mitarbeiter der Heilsarmee im Büro unmittelbar hinter dem Eingangsbereich. Dieses ist Mo-Fr mindestens zu den Kernzeiten 9-12 und 14-17 Uhr besetzt.

Eindrücke von einem Besuch in der Notunterkunft finden sich in diesem Beitrag:
Wie sind die Flüchtlinge untergebracht?

Freiwilligenarbeit in Bremgarten

Folgende bereits existierende Initiativen von Freiwilligen für die Flüchtlinge wurden kurz vorgestellt:

Einen aktuellen Überblick vermittelt die Web-Site www.3047hilft.ch. Dort ist ersichtlich, wo gerade noch Hilfe gesucht wird. Und es gibt einen Platz der Ideen, wo Vorschläge aufgelistet sind, die noch auf ihre Umsetzung waren.

Wer noch umfassender informiert werden möchte, kann einen E-Mail Newsletter abonnieren. Dieser bietet auch die Möglichkeit, sich untereinander über Erfahrungen auszutauschen und Mitstreiter für gemeinsame Hilfs-Aktivitäten zu finden.

Bildung von Arbeitsgruppen

Im zweiten Teil des Abends bildeten die Anwesenden Arbeitsgruppen zu verschiedenen Betätigungsfeldern (u.a. Sport, Treffpunkte, Deutsch-Unterricht). Im Austausch unter Gleichgesinnten wurde mit der der Planung von konkreten Aktivitäten begonnen.

Wie es für die Arbeitsgruppen weitergeht, ist hier beschrieben.

Die Ergebnisse sind hoffentlich schon bald auf www.3047hilft.ch sichtbar.

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