Wie sind die Flüchtlinge untergebracht?

Um sich besser in die Lage der Flüchtlinge einfühlen zu können, haben sich ca. 25 Freiwillige am 12. Januar einen Eindruck verschafft, wie diese Menschen in unserem Dorf untergebracht werden.

Die Heilsarmee war so freundlich, uns einen Tag vor dem Bezug der Anlage eine Führung anzubieten und unsere Fragen zu beantworten. Dabei wurde sehr deutlich, warum von einer NOT-Unterkunft die Rede ist.

Bettina Neugebauer, eine Teilnehmerin des Besuchs, schildert Ihre Eindrücke:

Mit gemischten Gefühlen habe ich die Anlage betreten; Wie sieht es aus? Wie viel Platz steht zur Verfügung? Kann man sich unter Tage zu Hause fühlen?

Nach einem kurzen Infoblock haben wir einen Rundgang durch die Anlage gemacht. Die Unterkunft ist auf kleinem Raum in folgende Teile untertrennt:

  • Eingangsbereich
  • Aufenthaltsbereich mit Sofas, Töggelikasten, Pingpong-Tisch und TV
  • Küche mit 5 Kochherden à 4 Platten
  • Essbereich mit Kühlschränken
  • verschieden grosse Schlafzimmer mit dreistöckigen Etagenbetten (Matratze – Abstand in Matratzenbreite – Matratze; also nicht viel Platz zwischen zwei Bewohnern)
  • Bad (Waschbecken und Toiletten im selben Raum) – zum Duschen kann eine Garderobe bei der Sportanlage genutzt werden
  • Waschbereich mit Waschmaschinen und Tumblern

Jeder Bewohner hat einen Garderobenschrank und ein Vorratskästchen inkl. Abteil im Kühlschrank für die Lebensmittel zur Verfügung. Da die Platzverhältnisse sehr eng sind besteht somit keine Privatsphäre, man ist nirgends für sich alleine.

Ich habe die Anlage mit einem beklemmenden Gefühl wieder verlassen – wenig Platz, kein Tageslicht, keine frische Luft. Auch wenn klar deklariert ist, dass es „nur“ eine Notunterkunft ist – die Vorstellung, dort für einige Zeit untergebracht zu werden, fällt mir schwer. Ich habe die Anlage aber auch mit dem Wissen und dem guten Gefühl verlassen, dass das Betreuungsteam der Heilsarmee Flüchtlingshilfe alles mögliche unternimmt, um die Notunterkunft zu einem guten Platz zu machen.

Was mir auch extrem bewusst wurde: wir als Freiwilligenteam leisten einen wichtigen Teil, um den Bewohnern Abwechslung und Beschäftigung zu bieten, damit sie raus ans Tageslicht kommen.

Ich wünsche uns allen viel Freude und Motivation für diese Arbeit.

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